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Ingrid's Blog 06/21

...Wissenswertes über Osteopathie:

Das Pflugscharbein oder Os Vomer (im Bild in grün dargestellt):

Das Pflugscharbein (Vomer) ist ein unpaarer, lang gestreckter Knochen der Schädelbasis. Es gehört zum Gesichtsschädel und zieht mittig vom Keilbein (Os sphenoidale) in die Nasenhöhle, wo es sich an einer Leiste (Crista nasalis) des Oberkieferknochens (Maxilla) befestigt.

Von der Form her erinnert der Knochen tatsächlich an eine Pflugschar. Er ist platt und langgestreckt und an seiner Befestigung am Oberkieferknochen fast schon spitz.

Dieser Knochen ist deshalb für den Osteopathen wichtig, weil er die Verbindung zwischen Oberkiefer (und damit Kiefergelenk), Nebenhöhlen und der Schädelbasis bildet. Man kann ihn zwar nicht direkt berühren, aber indirekt. Man kann mit Behandlung des Vomer mit einem "Schlag" sowohl Oberkiefer, Nebenhöhlen als auch die Schädelbasis und damit auch indirekt zum Beispiel Kiefergelenk und Innenohr behandeln.

Ich "checke" diesen Knochen bei jeder Behandlung meiner Patienten, da er mit auf der Zentrallinie liegt und er mit sämtliche restliche Schädelknochen ausrichtet.


Naturheilmittel der Woche:

Beifuß (Artemisia) ist die Mutter aller Heilkräuter. Doch auch als Gartenpflanze und Küchengewürz ist Beifuß beliebt. Der Beifuß (Artemisia) zählt botanisch zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Gattung ist umfangreich und umfasst bis zu 500 Arten. Die zumeist ein- oder zweijährigen krautigen Pflanzen, aber auch Stauden und Halbsträucher, sind weithin in der gemäßigten und subtropischen Zone der Nordhalbkugel verbreitet. Sie kommen in Steppen, Trockenrasen und Halbwüsten vor, manche Pflanzen sind sogar an einen salzigen Standort angepasst. Bekannte Vertreter der Gattung Artemisia sind Wermut (Artemisia absinthium), Eberraute (Artemisia abrotanum), Estragon (Artemisia dracunculus) und Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris).

Die griechischen Heilerinnen und Geburtshelferinnen Göttin Artemis und Königin Artemisia sind die Namenspatroninnen der Pflanzengattung. Denn schon seit dem Altertum wird Artemisia bei vielfältigen Leiden, von Menstruationsbeschwerden über Verdauungsprobleme bis hin zu Schlafstörungen, eingesetzt. Das wehenfördernde Kraut war einst ein weit verbreitetes Mittel in der Geburtshilfe. Die ätherischen Öle und Bitterstoffe des Beifußes haben eine starke Wirkung auf den Organismus. In der Naturheilkunde gilt Beifuß daher als eines der Basiskräuter. Der deutsche Name der Artemisia rührt von der Anwendung des Beifußes gegen müde Beine her.

Auch in der chinesischen Medizin wird Beifuß genutzt für die heiße Akupunktur oder Moxa-Anwendungen.

Neben der Verwendung als Zierpflanze, Heilkraut und Gewürz wird Beifuß auch in der Schädlingsabwehr eingesetzt. Und nicht zuletzt wird dem Kraut eine starke magische Wirkung zugeschrieben. Beifuß wächst aufrecht und kann je nach Art eine Höhe von bis zu eineinhalb Metern erreichen. Die Blätter sind grün, graugrün oder graublau und wechselständig. Sie können ein- bis mehrfach eingeschnitten oder fiedrig geschlitzt sein. Die Blüten der meisten Artemisia sind zwar zahlreich, aber eher unscheinbar: Sie sind klein, gelb oder weiß, manchmal auch bräunlich oder rot. Blütezeit ist im Hochsommer zwischen Juli und August. Bei den Früchten handelt es sich um Achänen, also nussähnliche Schließfrüchte. Oft verströmt die ganze Pflanze einen aromatischen Duft.

Beifuss oder Artemisia:

Geschichtliches:

Der Medicus:

Der Medicus ist der bekannteste Mediziner des Mittelalters. Unter all den angeblichen und tatsächlichen Heilkundigen war er wohl der mit der meisten Anerkennung.

Ausbildung:

Der Medicus erhielt seinen Titel und sein Wissen während eines Studiums an einer Universität. Dort wurden die Überreste des überlieferten Wissens und die theoretischen Lehren aus der Antike vermittelt. Doch leider fehlte dem Medicus zumeist das entsprechende Praxiswissen bei Berufsbeginn.

Einschränkungen:

Hinzu kam, dass eine anatomische Ausbildung über den menschlichen Körper meist nur mit Hilfe von schematischen Ansichten (anhand von Zeichnungen und Bildern) vermittelt wurde, und nicht durch Sezieren von Körpern. Das Sezieren war strengstens verboten, denn nach dem Erlass von Papst Bonifatius VIII. war eine Leichenzerstückelung nicht erlaubt. Wer gegen dieses Verbot verstieß, dem wurde mit Exkommunikation gedroht. Im Mittelalter eine furchtbare Strafe, glaubte man doch noch an die Allmacht Gottes und der Kirche – und der Exkommunizierte war der ewigen Verdammnis gewiss und musste für immer in der Hölle schmoren, so war die allgemein akzeptierte Ansicht. Es war ihm außerdem verboten mit Blut in Berührung zu kommen.


Das Buch "Der Medicus" von Noah Gordon hat das mittelalterliche Berufsbild sehr gut und wirklichkeitsgetreu geschildert. Es waren vor allem die islamisch geprägten Länder damals sehr fortschrittlich in Kenntnissen in Anatomie und Therapie. Für einen Christen war es aber schwierig, dort eine Ausbildung zu erlangen. Im Buch "Der Medicus" verkleidet sich deshalb die Hauptfigur als Jude, da Juden der Zugang zu Universitäten im arabischen Raum eher erlaubt war zu der Zeit.



Thema der Woche:

Selbstliebe oder Egoismus?:

Über DAS zentrale Thema schreibe ich heute, denn im Kern geht es immer darum, daß wir uns selbst lieben, nur dann sind wir authentisch, kennen uns mit all unseren Fehlern, spüren, was für uns richtig ist und was nicht und können dementsprechend die richtigen Entscheidungen treffen.

Der Mensch, der sich selbst liebt, übernimmt die volle Verantwortung für sich und sein Leben und erwartet sein Lebensglück nicht mehr von anderen Menschen. Er ist in der Lage sich zu entwickeln und dadurch seinen Lebensweg zu gehen. Er geht regelmässig nach innen und spürt nach, wo noch Emotionen angenommen werden müssen, damit sie ihn nicht beherrschen. Er kann verzeihen, Frieden machen mit anderen Menschen. Er hat viel Freude im Leben und kann dieses auf der ganzen Linie genießen. Und: er hält Abstand von Dingen und Menschen, die ihm nicht guttun. Dieser Mensch folgt vertrauensvoll dem Ruf seines Herzens. Und so wie er sich selbst liebt, ist er auch in der Lage, andere zu lieben, ja, sogar alle Wesen auf diesem Planeten zutiefst zu respektieren.

Egoismus dagegen wird von Angst und Mangeldenken gesteuert. Das Herz ist hier für die Liebe verschlossen, für die Liebe zu sich selbst genauso wie für die Liebe zu anderen. Der Egoist hat Angst, nicht genug zu bekommen. Er verurteilt andere und meint er müsse gegen andere kämpfen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Der Egoist ist auch nicht abgeneigt, aus Angst und Feigheit andere zu belügen und zu betrügen um Dinge in seinem Leben durchzusetzen.

Ich beobachte sehr oft, daß Menschen "aus Liebe" zu jemandem Dinge akzeptieren, die übergriffig sind und ihnen nicht guttun, ja sie sogar von ihrem Weg abbringen. Das hat nichts mit Liebe zu tun. Liebe bedeutet immer, das zu tun, so zu handeln, daß es gut für den Anderen ist UND für sich selbst. Das kann auch bedeuten, daß man sich trennt, weil die Wege zu verschieden sind.

Die zentrale Aussage ist, BEI SICH BLEIBEN, sich auch trauen Dinge zu sagen oder zu tun, die vielleicht unpopulär sind. Wenn das Herz JA sagt.

Seien Sie zentriert! Bei sich, eins mit sich und der Welt. Vereint in Respekt vor sich und allen Wesen und der Welt, der Natur!


Namasté!


Ich mache im Juli Urlaubspause, schreibe wieder in meinen Blog im August.

Ihre / Eure Ingrid


Ingrid's Blog 05/21

...Wissenswertes über Osteopathie:

Das Herz

Herz und Nieren bilden die tiefste Ebene im Körper. Der Volksmund sagt: etwas oder jemanden "auf Herz und Nieren prüfen." Das Herz hat aus osteopathischer Sicht folgende Verbindungen: zum Brustbein, den 2. bis 6. Rippen, dem Thymus, der Wirbelsäule (bis etwa 10. Brustwirbel!), der Lunge, der Speiseröhre, dem Zwerchfell, der Aorta. Durch seine Bandverbindungen hält es direkten Kontakt zum Zwerchfell, zum Brustbein, zum Rippenfell, zur Lunge.

Das Herz "pumpt" das Blut durch den Körper und hat ein eigenes Nervensystem.

Es ist gut geschützt im Brustraum, umgeben von einer Hülle, dem Pericard.

Man kann es direkt nicht beeinflussen in der Osteopathie, sollte aber um die direkten und indirekten Auswirkungen aufgrund seiner anatomischen Struktur wissen. So ist es möglich, daß Herzrhythmusstörungen durch blockierte Hals-, oder Brustwirbel und Engegefühl in der Brust durch Rippen- oder Brustbeinblockierungen oder auch durch feste Züge in der Band- und Faszienstruktur des Herzens verursacht werden kann.

Unbedingt sollten natürlich solche Symptome erst schulmedizinisch abgeklärt werden.


Okoubaka-das Wundermittel aus der Natur:


Okoubaka aubrevillei ist ein Urwaldbaum, der zur Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae)gehört. Er ist vor allem in Ghana, Nigeria und an der Elfenbeinküste verbreitet. In derwestafrikanischen Sprache Anyin bedeutet der Name „okou baka“ Todesbaum. Die Einheimischen nennen ihn sicher deshalb so, weil er andere Bäume in seiner Umgebung parasitär befällt und diese abtötet. Er steht auf kleinen Lichtungen, denn kaum ein anderer Baum wächst in seiner direkten Umgebung. In der afrikanischen Volksmedizin setzt man schon seit langem die getrocknete und pulverisierte Rinde des Baums als Arznei gegen Vergiftungen ein. 1972 gelangte die Okoubaka-Rinde nach Deutschland, nachdem eine Homöopathin diese als Geschenk für die Behandlung eines Westafrikaners erhalten hatte. Dadurch begann die systematische Erprobung des pflanzlichen Arzneimittels.

Aus der Rinde des seltenen westafrikanischen Baums wird in pulverisierter Form eine typische Gerbstoffdroge hergestellt. Ihr werden eine entgiftende, antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. In der Praxis findet der pflanzliche Wirkstoff breite Anwendung. Okoubaka eignet sich sowohl zur therapeutischen als auch zur prophylaktischen Einnahme, beispielsweise bei Fernreisen.

Gerbstoffe haben eine austrocknende und entzündungshemmende Wirkung, die besonders auf der Haut und der Schleimhaut gegen Bakterien hilft. Sie dichten ab und bilden eine schützende Membran, wodurch sie das Eindringen von Bakterien verhindern.

Einsatzgebiete:

Hautkrankheiten

Entzündungen im Mund- und Rachenraum

zur schnellen Wundheilung

Magen-/Darmentzündungen

Vergiftungen

Erkrankungen des Magen-/Darmtraktes

Leber-, Galle- und Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen

Reizdarmsyndrom

Vergiftungen durch Lebensmittel und Schwermetallbelastung

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Verdauungsstörungen

Reiseprophylaxe

Erbrechen bei Schwangerschaft oder Chemotherapie

Allergien

Mit seiner Wirkung kann Okoubaka auch bei allgemeinen Entgiftungstherapien (zum Beispiel durch Umweltbelastungen) hilfreich sein. Die negativen Folgen für den Magen-Darm-Trakt bei der Antibiotika-Einnahme neutralisiert Okoubaka ebenfalls und unterstützt die infektiöse Behandlung.

Okoubaka bei Magen-Darm-Beschwerden:

Okoubaka kommt vorrangig bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes zum Einsatz. Eine prophylaktische Behandlung hat dabei zu sehr guten Ergebnissen geführt. Bei Reisen in südliche Länder oder bei Fernreisen ist es ein sinnvoller Bestandteil der Reiseapotheke. Eine Einnahme vor Reiseantritt sowie während der Reise kann Verdauungsstörungen und Magen-Darm-Infekten vorbeugen.

Zudem hilft es unterstützend bei einer Nahrungsmittelumstellung, bei konventionellen Erkrankungen des Verdauungstraktes sowie bei Lebensmittelvergiftungen. Okoubaka verschafft auch beim Reizdarm-Syndrom Linderung.


Geschichtliches:

Die Geburtsstunde der Homöopathie

Die napoleonische Zeit (Napoleon: 1769-1821) war nicht nur politisch und gesellschaftlich eine Epoche der Veränderungen und des Wandels. Auch in die Medizin kam damals viel Bewegung. Immer mehr Ärzte waren unzufrieden mit den Behandlungsmöglichkeiten, die zum Teil noch aus der Antike stammten – man denke an den Aderlass. Sie machten sich auf die Suche nach zeitgemäßen, modernen Therapieformen, in die das aktuelle naturwissenschaftliche Wissen und die neue aufgeklärte Weltsicht einfließen sollten. Diese Einsicht trug wesentlich zur kritischen Diskussion und Abschaffung des Aderlasses bei, ebenso gab es den Anstoß für die Beschäftigung mit Hypnose und letztlich für die Psychoanalyse.

Ganz anders verhält es sich mit der Neuerung, die Samuel Hahnemann (1755-1843) in die Medizin einbrachte: der Homöopathie. Sie war und ist in ihrer Wirksamkeit umstritten, aber sie hält sich als Heilmethode – mit schwankender Beliebtheit – bis heute. Als chemisch-pharmazeutisch äußerst versierter Arzt hat Hahnemann mit der Homöopathie übrigens nicht nur eine neue Heilmethode erfunden, sondern auch die kritische Arzneimittelprüfung mit Selbstversuchen an gesunden Menschen in der Medizin etabliert.

Es ist heute noch üblich, in Kreisen der Homöopathen die "Arzneimittelprüfung" zu vollziehen, dabei die Symptome aufzuschreiben. All diese Erkenntnisse sind nachzulesen im "Synthesis", einem Nachschlagewerk der Homöopathie.

In der Homöopathie geht es darum, Ähnliches mit Ähnlichem zu behandeln. Hahnemann hatte das Werk des schottischen Arztes William Cullen übersetzt und hier von der therapeutischen Wirkung der Chinarinde bei Malaria erfahren . Er probierte das Mittel selbst. Nach einigen Wochen stellten sich bei ihm die gleichen Symptome wie bei einer Malaria ein, nur ohne Fieber. Dies ging in die Geschichte der Homöopathie als die erste Arzneimittelprüfung ein. Hahnemann ging von der Auffassung aus, dass es eine Lebenskraft, die „Vis vitalis“ gibt. Diese sei beim Kranken geschwächt. Man müsse nur das passende Mittel finden – dies habe mit einer ausführlichen Anamnese zu geschehen – um diese Lebenskraft wiederherzustellen.

Dabei entdeckte er, daß man statt die Urtinktur (also die unverdünnte, ursprüngliche Substanz) zu verabreichen, auch eine starke Verdünnung zum Ziel führt. Daraus entstand dann später die Potenzierung. Je höher eine Potenz ist (also statt D3 beispielsweise C200) desto mehr wirkt die Arznei auf der Seelenebene, je niedriger die Potenz, desto eher wirkt die Arznei auf der Körperebene.



Thema der Woche:

Angelegenheiten

Ich erlebe es sehr häufig, daß sich erwachsene Menschen außerhalb ihrer Angelegenheiten befinden. Aus meiner Sicht ein riesiges Ablenkungsmanöver von sich selbst. Dennoch möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, einmal auf die Folgen aufmerksam zu machen:

Folgen für den "Täter":

Der Täter kommt nicht wirklich weiter im Leben, ja, er dreht sich im Kreis. Warum? Weil man nur sich selbst ändern kann, andere Menschen kann man nicht ändern, auch Partner, Expartner oder Kinder nicht. Irgendwann wird es auch langweilig, ihm zuzuhören, weil er sich immer über die gleichen Dinge beschwert. Und "beschweren" ist hier wörtlich zu nehmen. Derjenige macht sich und seiner Umwelt das Leben schwer.

Was für eine Möglichkeit hätte der "Täter", um da rauszukommen? Auf sich selbst beziehen! Was und warum beschäftigt ihn etwas was der Andere ist oder macht? Weil es den Täter selbst betrifft. Irgendwo in sich selbst ist da etwas, was noch nicht angeschaut und wahrgenommen wurde, sonst würde es in seinem Leben keine Rolle mehr spielen. Und: wenn er selbst seinen Frieden damit gemacht hat, dann lösen sich die von Außen präsentierten "Erregbarkeiten" von selbst auf.

Folgen für das "Opfer":

DIE Folge schlechthin ist die Übergriffigkeit des Täters, das grenzüberschreitende Verhalten, ja das "entmündigen" des "Opfers". Auch hier sollte beim "Opfer" geschaut werden, warum passiert mir das? Was ist da in mir, was Andere dazu auffordert, meine Grenze zu überschreiten und respektlos zu sein? Ist da eventuell Respektlosigkeit und Grenzüberschreitung mir selbst gegenüber?

Ich möchte Ihnen nochmal die "Angelegenheiten nach Byron Katie" aufzeigen:

Drei Arten von Angelegenheiten (nach Byron Katie):

"Es gibt nur drei Arten von Angelegenheiten, Meine, Deine und die Gottes oder des Universums oder von Mutter Erde - wie auch immer Sie es nennen wollen.

Es ist MEINE ANGELEGENHEIT, wenn ich mein Haus, das vom Wetter arg gezeichnet ist, nicht neu streiche.

Es ist DEINE ANGELEGENHEIT, wenn du ein Problem mit dem vom Wetter arg gezeichneten Haus hast.

Es ist die Angelegenheit Gottes oder des Universums, daß die Sonne scheint oder der Wind bläst und mein Haus entsprechend dadurch gezeichnet wird.

Wenn ich denke, daß ich weiß, was du denkst und was gut für dich ist, dann lebe ich gedanklich in deiner Angelegenheit. Die Folgewirkung hiervon ist Trennung und Einsamkeit. Wenn du da drüben bist und dein Leben lebst und ich auch bei dir da drüben bin (gedanklich) und dein Leben lebe, dann bist du da drüben mit dir und ich bin da drüben mit dir und dann ist keiner hier für mich. Natürlich fühle ich mich dann einsam und getrennt! Ich vereinsame mich selbst. Niemand anderer verursacht mein Alleinsein-Gefühl. Ich mache das." Byron Katie

Seien Sie ganz bei Sich! Damit sind Sie "All-Eins". Eins mit sich und dem Universum!

Eine schöne Sommer-Anfangszeit wünsche ich Euch / Ihnen!


Eure/ Ihre Ingrid Rauber



Okoubaka-Baum



Ingrid's Blog 04/21

...Wissenswertes über Osteopathie:


Faszien


..wussten Sie schon, was man durch Faszienarbeit alles bewirken kann? Zunächst mal: was sind Faszien? Faszien sind Häute, die verschiedene Strukturen: Muskeln, Organe, Sehnen ummanteln. Sie selbst sind von festerer Qualität und gleiten mit einem Flüssigkeitsfilm aneinander. Faszien haben dadurch, daß sie längs und quer durch den Körper ziehen, die Eigenschaft, verschiedene Strukturen allein dadurch zu verbinden. So könnte man beispielsweise durch Faszienarbeit durchaus Sodbrennen "in den Griff" bekommen, indem man mit dem Zwerchfell und den Faszien der Bauchorgane arbeitet, oder auch Hämorrhoiden mit Faszienarbeit behandeln, da eine wichtige querziehende Faszie den Oberkörper nach unten hin abschließt. Diese Faszie beherbergt auch die "Öffnungen" des Körpers nach unten hin, wie den Anus und den Blasenausgang, wo sich gerne aus osteopathischer Sicht Blockaden bilden. Darüberhinaus befinden sich Muskeln, Sehnen und Bänder innerhalb des Fasziensystems und können durch Faszienbehandlung günstig beeinflusst werden. Faszien sind im wahrstens Sinne des Wortes faszinierend und allein durch das Fasziensystem kann man zum Beispiel durch Behandlung an einer Stelle auch Gelenke oder Organe behandeln, die von dieser Stelle weiter weg sind.






Hexenfinger

Heilmittel der Woche: Hexenfinger

Diese aus Südafrika stammende Pflanze

Carpobrotus edulis enthält Polyphenole wie Tannine und Flavonoide und Anthocyane, denen eine regenerative, adstringierende, antibakterielle und antioxidative Wirkung zugeschrieben wird. Zudem sind Zitronensäure und Äpfelsäure enthalten.

Verwendung:

Die Früchte, die einer Feige leicht ähnlich sehen, haben ein geleeartiges, süßsaures Fruchtfleisch und sind essbar. Sie werden zu Marmelade verarbeitet. Der Saft und das Mark aus den Blättern werden in der Medizin zur Reinigung von Wunden sowie zur Heilung von Verbrennungswunden, Ohren- und Zahnschmerzen verwendet.

Carpobrotus edulis wird, wie andere Carpobrotus-Arten, zur Befestigung von Dünen und Steilufern eingesetzt.

Geschichtliches:

Heutiges Thema: Heilende Frauen in der Antike:

Parallel zu den Erkenntnissen des Griechen Hippokrates, dem Begünder der modernen Medizin, zu dem ich zu einem späteren Zeitpunkt schreiben werde, gab es immer heilende Frauen. Sie waren bei Ägyptern, in Griechenland, in Rom und bei nordischen Völkern als "Wurzelkundige", Heilerinnen, Kräuterweiber oder Zauberinnen hoch geschätzt. Sie hatten Einfluss in der Gesellschaft, sie waren Geburtshelferinnen, die sich auch mit Empfängnisverhütung und Abtreibung auskannten, sie waren umherziehende Heilkundige, die für jedes "Wehwehchen" und Leiden eine Tinktur oder Salbe parat hatten. Ebenso schätzte man ihren Rat und ihre Unterstützung in der Gesellschaft. Sie wurden verehrt und geheiligt, aber auch verdächtigt - je nach dem jeweils herrschenden Frauenbild. Sie saßen am Bett von Gebärenden, Kranken und Sterbenden mit ihrem Wissen, ihrer Intuition und ihrer Erfahrung. Diese wurde weitergegeben in Form von Mythen, Märchen, Geschichten und Ritualen. Später, im Mittelalter, waren Heilerin und Hebamme Lehrberufe für Frauen, die von einer auf die andere übergingen.

Thema des Monats: welche Haltung einnehmen gegen Angst und Verunsicherung?

Hierzu möchte ich Ihnen/Euch einen mir sehr am Herzen liegenden Text aus dem Buch"Geh wohin Dein Herz Dich trägt" von Susanna Tamaro "ans Herz legen" - Er spricht für Sich!


"... Gib auf Dich acht. Jedesmal, wenn du, wachsend, Lust haben wirst, die falschen Dinge in richtige Dinge zu verwandeln, erinnere dich daran, daß die erste Revolution, die man machen muß, die im eigenen Inneren ist, das ist die erste und wichtigste. Für eine Idee zu kämpfen, ohne eine Idee von sich selbst zu haben, ist mit das gefährlichste, was man tun kann.

Jedesmal, wenn du dich verloren fühlst, verwirrt, denk an die Bäume, an ihre Art zu wachsen. Denk daran, daß ein Baum mit einer großen Krone und wenig Wurzeln beim ersten Windstoß umgerissen wird, während bei einem Baum mit vielen Wurzeln und kleiner Krone die Säfte nicht richtig fließen. Wurzeln und Krone müssen gleichermaßen wachsen, du mußt in den Dingen und über den Dingen sein, nur so wirst du Schatten und Schutz bieten können, nur so wirst du zur rechten Jahreszeit blühen und Früchte tragen können.

Und wenn sich dann viele verschiedene Wege vor dir auftun werden, und du nicht weißt, welchen du einschlagen sollst, dann überlasse es nicht dem Zufall, sondern setz dich und warte. Atme so tief und vertrauensvoll, wie du an dem Tag geatmet hast, als du auf die Welt kamst, laß dich von nichts ablenken, warte, warte noch. Lausche still und schweigend auf dein Herz. Wenn es dann zu dir spricht, steh auf und geh, wohin es dich trägt."


In diesem Sinne: Namasté! Mein Herz grüße Eure Herzen! Bis zum Wonnemonat Mai!

Eure/Ihre Ingrid


Übrigens: mein Homepage-Provider hat einiges verändert, daher der neue "Look" meines Blogs - ich muss mich erstmal dran gewöhnen....

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Ingrids Blog: Osteopathie, Naturheilverfahren und mehr/11

Posted on February 12, 2018 at 6:30 PM

....Über Osteopathie:


Faszinierende Faszien:

Faszien, was ist das eigentlich? Es ist irgendwie in aller Munde seitdem eine schulmedizinische Studie deren Existenz bestätigt hat. Wir Osteopathen wissen das schon viel länger und wurden lange dafür belächelt.


Faszien sind verschiedene Strukturen im Körper. Es handelt sich um eine ununterbrochene Gewebseinheit, die sich von Kopf bis Fuß, von außen nach innen erstreckt. Sie umhüllen alles (Muskeln, Organe, Nerven, Gefäße), stützen diese Strukturen auch. Faszien bestehen aus kollagenen Fasern, die hinsichtlich ihrer Form, Struktur und Zusammensetzung anpassungsfähig sind. Im Bereich der Sehnen und Bänder sind sie dichter, im Haltungssystem (Knochen) sind sie besonders widerstandsfähig, im Bereich der Drüsen beispielsweise sind sie eher locker.


Faszien leiten und koordinieren die Kräfte, die durch die Bewegungen des Körpers entstehen. Sie sind Stoßdämpfer, sind am Stoffwechsel beteiligt und ein Teil des Immunsystems.


Der Osteopath lernt in seiner langen Ausbildung fasziale Spannungen aufzuspüren und zu lösen. Sei es an einem Organ, am Kopf oder im Knochen/Muskelsystem. Auch durch Mikroentzündungen entstandene Verklebungen der Faszien können so gelöst werden. Da es sich - wie oben erwähnt - um Gewebseinheiten handelt, die durch den Körper ziehen, kann der Osteopath dadurch eventuell an einer Stelle mehrere Probleme lösen.


Faszien ziehen in Ketten durch den Körper. Es gibt Faszien an der Vorderseite des Körpers, hinten, in den Extremitäten, am Kopf und im Bauchraum. Sie haben alle eigene Namen: eine wichtige oberflächliche Faszie des Bauchraumes heisst Faszia transversalis, zum Beispiel. Alle Faszien sind untereinander verbunden.


Kraut der Woche:

Meerrettich (Armoracia)


Arzneilich verwendeter Bestandteil ist die Wurzel.  Sie kommt in Europa und USA vor und blüht im Juni/Juli. Die langen Wurzeln (Pfahlwurzeln) erntet man von September bis Februar. Neben der kulinarischen Nutzung der Pflanze ist sie unter Medizinern bekannt für ihre antibiotische Wirkung. Die in ihr enthaltenden Senföle wirken antibakteriell, und sie hat einen hohen Gehalt an Vitamin C und Kaliumsalzen. Ihre antibakterielle Wirkung wird vor allem eingesetzt bei Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege, sowie bei Bronchitis.


Geschichtliches:

Chinesische Medizin

Heute möchte ich Sie entführen in fernöstliche Welten. Ich möchte Ihnen, so verständlich wie möglich, die Grundlagen und das Denken in der 5000 Jahre alten Chinesischen Medizin ein wenig nah bringen:


Die chinesische Medizin ist nicht nur Akupunktur. Sie hat die Bestandteile: Chinesische Massage auf den Energiekanälen, genannt Tuina-Massage, Akupunktur, Kräuterheilkunde, Qigong und Taichi. Dahinter steht eine jahrtausende alte Philosophie, entstanden aus dem chinesischen Schamanismus (Schamanismus ist nicht begrenzt auf die Indianer Nordamerikas, den gabs in allen Kulturen), dem Taoismus und dem Buddhismus.


Neben den Energiekanälen an der Oberfläche, von denen man schonmal gehört hat, durchzieht den Körper darüberhinaus ein riesiges Netz an inneren Energiekanälen, die alle miteinander in Verbindung stehen. Neben verschiedenen Energien, Fülle und Leerezuständen, lehnt sich die Chinesische Medizin vor allem an die Wandlungsreiche:

Wasser löscht Feuer                                              Wasser: Kanäle Niere und Blase

Feuer schmilzt Metall                                              Feuer: Kanäle Herz und Dünndarm

Metall schneidet Holz                                              Holz: Kanäle Leber und Gallenblase

Holz bewegt Erde                                                     Erde: Kanäle Magen und Milz

Erde kontrolliert Wasser.                                         Metall: Kanäle Lunge und Dickdarm

Wichtig ist das Yin/Yang-Prinzip. Die Vollorgane sind die Yin-Organe, wie Niere, Herz und Leber. Die Hohlorgane sind die Yang-Organe, wie Gallenblase, Magen, Dickdarm.


Auf jedem Kanal finden sich Punkte aller Wandlungsreiche. Es gibt den Erdpunkt auf dem Herzkanal, den Feuerpunkt auf dem Leberkanal, den Wasserpunkt auf dem Dickdarmkanal, usw. Das ist für den Therapeuten ausschlaggebend. Ein Feuerpunkt "feuert an", ein Wasserpunkt "kühlt", ein Erdpunkt beruhigt.


Jeder Akupunkturpunkt hat einen eigenen Namen. Das stammt noch aus dem Schamanismus. Der Arzt oder Schamane rief den Punkt an bevor der ihn nadelte. Erst durch Mao wurden die Eigennamen der Punkte abgeschafft. Schamanismus ist verpönt seit der Zeit. Die Punkte bekamen Nummern. Jetzt gibts Leber 1, Magen 5, usw. Ich selbst habe das Glück gehabt, die Namen der Punkte lernen zu dürfen.


Chinesische Medizin ist ein riesiges Feld. Sie ist weit mehr, als hier in Europe angewendet wird. In China, wo sie heute noch - vor allem auf dem Land - angewendet wird, werden sogar Narkosen nur durch Akupunktur gemacht. Ich habe mal einen Bericht gesehen, wo ein Fernsehteam bei der Herz-OP dabeiwar. Die Patientin war bei vollem Bewußtsein, sie hatte 6! Akupunkturnadeln im Brustkorb.


Der Therapeut macht zuerst eine Anamnese mit seinem Patienten, betrachtet die Zunge und fühlt den Puls. Auf der Zunge spiegeln sich alle Kanäle wieder. Hier wird beachtet, ob die Zunge geschwollen ist (Zahnabdrücke an den Rändern), ob ein Belag vorhanden ist und welche Farbe dieser hat, ob die Zunge Risse hat, blass oder sehr rot ist, usw. und es gibt insgesamt 18 Pulse, die an der Arteria radialis (am Handgelenk) gefühlt werden und nach Qualität beurteilt werden, 3 oberflächliche, 3 mittlere und 3 in der Tiefe. Es wird gefühlt, ob Druck, flach oder stark ausschlagend, weich, satt oder eher dünn, fliehend etc. Am Puls kann man feststellen, welches Wandlungsreich zu behandeln ist.


So wäre beispielsweise bei einer Entzündung das Feuer hochschlagend und das Wasser schwach. Hier muss das Wasser (Niere, Blase) gestärkt und das Feuer (Herz, Dünndarm) reduziert werden. Ein Patient mit Depression hätte eine Störung im Wandlungsreich Erde (Magen, Milz). Die Erde wird auch als "Mitte" bezeichnet. Depression ist also eine gestörte Mitte in der chinesischen Medizin.  Tumore, auch Krebs, ist nach der chinesischen Philosophie gestaute Energie, die wieder in Fluss gebracht werden muss.


Wichtig ist mir noch zu erwähnen, daß nach einer Akupunkturbehandlung immer der Therapeut selbst die Nadeln ziehen sollte, nicht jemand anderes. Allein am Nadelziehen kann man fühlen, ob sich ein Punkt verändert hat, dann sollte immer zum Schluss nochmal die Zunge angeschaut und der Puls nochmal gefühlt werden.


Thema der Woche:

Die Angst  - oder -  Feuer und Wasser:

Die Angst ist zunächst mal, wie ich ja schonmal in einem früheren Beitrag erwähnt habe, eine zutiefst sinnvolle Einrichtung des Körpers. Sie warnt uns vor Gefahren, sie sorgt mit dafür, daß wir am Leben bleiben. Wer hat nicht schonmal dieses warnende Kribbeln im Körper gespürt? Angst ist aber darüberhinaus DIE negative Emotion, die uns am Weitergehen im Leben hemmt. Angst vor Veränderung, Angst vor dem Alleinsein, Angst den Job zu verlieren, Angst vor dem Tod......Die schlechte Nachricht ist: Angst ist für unsere Glaubenssätze so etwas wie ein Turbo, denn sie wirkt verstärkend. Denkt es in mir: ich möchte meinen Job nicht verlieren und das Ganze noch mit ordentlich gefühlter Angst, so ist das die Autobahn dahin, daß genau das passiert. Wer kennt nicht so Geschichten, daß jemand der immer Angst davor hat, bestohlen zu werden, auch bestohlen wird? Die gute Nachricht: nur SIE können das ändern. Nämlich mit der Überprüfung Ihrer Glaubenssätze, der positiven Formulierung und dem Wahrnehmen Ihrer Angst.


Chinesisch betrachtet ist die Angst eine Störung im Wandlungsreich Wasser. Niere und Blase sind ihre Organe. Volksmund sagt: "das geht mir an die Nieren". Wasser steht für Urvertrauen. Urvertrauen ist das Gegenteil von Angst. Wasser bahnt sich immer seinen Weg zum Ozean, es findet immer einen Durchlass. Wasser ist die "Ursuppe", wir bestehen zu 70% aus Wasser, Wasser speichert die Information. Die Qualitäten sind Flexibilität, Authentizität, Güte, Transparenz.


Die Steigerung der Angst ist die Panik. Panik entsteht, wenn Angst nicht gefühlt wird.


Das Wasser bildet eine Achse mit dem Feuer. Die Kanäle Herz und Dünndarm sind hier zu erwähnen. Diese haben auch Einfluss auf die Angst. Wird die Angst nicht bejahrend gefühlt, fehlt mir das Urvertrauen, auch die Liebe und die Entscheidung sind dann beeinflusst. Chinesisch steht der Herzkanal für die Liebe, der Dünndarm für die Entscheidung.


Herz und Nieren sind die tiefsten Ebenen im Körper. Der Herz-Kaiser, wie die Chinesen sagen, regiert das Volk. Er hat Kontakt zu allen Organen, er verarbeitet alle Informationen und färbt sie mit Liebe. Funktionieren also Niere und Herz gut, ist man im Urvertrauen, in der Authentizität und in der Liebe. Gemeint ist hier vor allem die Selbst-Liebe. Das hat mit Egoismus nichts zu tun. Nur die Liebe zu uns selbst schützt uns vor Störungen aller Art. Der Dünndarm sorgt dann dafür, daß wir im richtigen Moment (nicht zu kurz und nicht zu lang) die richtigen Entscheidungen treffen. Der Chinese sagt: das Trübe vom Klaren trennen. Ich finde das sehr treffend ausgedrückt. Wenn wir das Trübe ausscheiden, gelangt das Herz zu Klarheit. Wichtiges wird von Unwichtigem unterschieden. Übrig bleibt das Reine, die Essenz.


Ich möchte noch kurz etwas zu dem Thema Liebe sagen. Wir kommen auf die Welt und sind als Babys und Kleinkinder Wasser in Reinform. Reines Urvertrauen. Welches Kind würde seine Eltern nicht lieben? Kinder saugen alles auf wie ein Schwamm. Mit all diesen Eindrücken wächst jedes Kind heran und merkt irgendwann, daß durch Erziehung, etc. Liebe nicht bedingungslos ist. Das ist übrigens keine Anklage der Eltern, denn sie haben es ja nicht anders erlebt. Ich behaupte, jede Kindheit ist traumatisch, weil wir abhängig sind. So lernt jedes Kind Angst kennen und auch all die anderen Emotionen. Hier ist der Ursprung von Angst, Wut, etc.  Dann geht es weiter durch Pubertät, etc. und irgendwann zieht das Kind in die weite Welt. Keiner hat dann den "Reset"-Knopf und beschließt, sich ab sofort eigene Gedanken zu machen. So tragen wir Glaubenssätze, Emotionen, Haltungen, Gewohnheiten, etc. mit uns herum und beginnen damit unser eigenes Leben aufzubauen. Dabei ist es gar nicht unser eigenes Leben, sondern zumindest zum Teil das unserer Eltern, Großeltern, usw. Alles wird davon beeinflusst, auch die Partnerwahl. Mütter kreieren das Frauenbild, Väter das Männerbild in uns. Irgendwann kommt dann eine Veränderung: man verliert den Job oder den Partner. Brüche im Leben sind - sage ich - segensreich! Denn wir lernen nur, wenn es uns nicht gut geht, so ist der Mensch einfach. Immer mehr Menschen nutzen diese Zeiten, um ihr Leben zu ändern. Von unbewußt zu bewusst. Sie bringen den Mut auf hinzuschauen!


Auch nicht zu unterschätzen ist das Bild von Liebe, das uns von der Öffentlichkeit, von der Gesellschaft vermittelt wird. Da dröhnt es mantrenmässig aus den Radios "ohne Dich kann ich nicht leben", "Du brichst mein Herz", "Ich schenke Dir mein Herz", etc. Ich kann mir diesen Blödsinn schon lang nicht mehr anhören und mache oft in solchen Fällen das Radio aus. Es ist in meinen Augen unglaublich, worauf unser Herz hier reduziert wird. Verschenken? Brechen? Unser Herz ist stark und wissend und DAS Organ, das dafür zuständig ist, unsere unaufgearbeiteten negativen Emotionen zu verwandeln. Wir brauchen unser Herz für uns. Verschenken Sie Ihr Herz bloß nicht! Und Herzen gebrochen werden reihenweise... nichts anderes ist ein Herzinfarkt. Viele Menschen sterben an gebrochenen Herzen, an mangelnder Selbstliebe. Wie sich das mit der Liebe zu anderen Menschen verhält, schreibe ich nächste Woche, das würde heute den Rahmen sprengen.


Ich möchte Ihnen heute noch eine kleine Übung aufschreiben, wie Sie, ganz für sich allein, ihre Angst oder eine andere Emotion, die hochkommt, fühlen lernen. Es geht nicht darum, dabei ängstlich oder bei Wut wütend zu werden. Es geht darum, die Emotion wahrzunehmen ohne sich damit zu identifizieren:


Sorgen Sie dafür, daß Sie nicht gestört werden in den nächsten 15 Minuten, machen Sie Handy aus und setzen Sie sich auf einen Stuhl.

Schließen Sie die Augen. Atmen Sie tief, so daß der Bauch sich sanft wölbt und senkt.

Nehmen Sie ihren Körper wahr. Wo fühlt es sich eng, aufgewühlt an? Haben Sie vielleicht ein Ziehen im Herzen? Oder fühlt sich ihr Bauch unruhig an?

Gehen Sie in das Organ, das Ihnen am meisten auffällt. Fragen Sie "ist es Angst?, Wut?, Sehnsucht? Was ist das Thema? Vergessen Sie dabei das Atmen nicht.

Während sie den Körperzustand erleben und den Atem spüren, achten Sie auf Ihr Gefühl. Welches Gefühl taucht auf?

Wenn sie es erkannt haben, benennen Sie es. Identifizieren Sie sich aber nicht damit, nehmen sie es nur wahr. Sie werden merken, daß die Emotion dabei aus ihrem Körper in Ihr Bewusstsein übergeht und beginnt, Ihr Herz zu berühren. Jetzt kommt der Moment, wo Sie die Frage stellen können, was das Gefühl vom Herzen braucht: wahrgenommen werden? Da sein dürfen? Mitgefühl?Achtung, Respekt?, Raum?, Gefühlt werden?

Wenn Sie merken, daß sich Erleichterung oder ein Zurechtrücken breitmacht, haben Sie die Emotion in Ihr Herz genommen. Dann kann es Sie nicht mehr beherrschen, es ist nur ein Gefühl, mehr nicht.


Ich lade Sie ein, diese Übung mit der Angst oder einer anderen Sie dominierenden Emotion zu machen. Es kann sein, daß hinter der Wut beispielsweise Trauer hochkommen kann. Verfahren Sie dann genauso mit der Trauer. Irgendwann fühlen Sie Erleichterung.


Zum Schluss möchte ich Ihnen noch einen Text nahelegen, der mich sehr berührt. Er hat sehr schöne poetische Bilder zu den oben angesprochenen Themen und stammt aus dem Buch "Geh wohin dein Herz dich trägt" von Susanna Tamaro. In dem Buch schreibt eine Großmutter, die bald sterben wird, ihr Vermächtnis an Ihre Enkelin, die sie nicht mehr sehen wird.


"... Gib auf Dich acht. Jedesmal, wenn du, wachsend, Lust haben wirst, die falschen Dinge in richtige Dinge zu verwandeln, erinnere dich daran, daß die erste Revolution, die man machen muß, die im eigenen Inneren ist, das ist die erste und wichtigste. Für eine Idee zu kämpfen, ohne eine Idee von sich selbst zu haben, ist mit das gefährlichste, was man tun kann.

Jedesmal, wenn du dich verloren fühlst, verwirrt, denk an die Bäume, an ihre Art zu wachsen. Denk daran, daß ein Baum mit einer großen Krone und wenig Wurzeln beim ersten Windstoß umgerissen wird, während bei einem Baum mit vielen Wurzeln und kleiner Krone die Säfte nicht richtig fließen. Wurzeln und Krone müssen gleichermaßen wachsen, du mußt in den Dingen und über den Dingen sein, nur so wirst du Schatten und Schutz bieten können, nur so wirst du zur rechten Jahreszeit blühen und Früchte tragen können.

Und wenn sich dann viele verschiedene Wege vor dir auftun werden, und du nicht weißt, welchen du einschlagen sollst, dann überlasse es nicht dem Zufall, sondern setz dich und warte. Atme so tief und vertrauensvoll, wie du an dem Tag geatmet hast, als du auf die Welt kamst, laß dich von nichts ablenken, warte, warte noch. Lausche still und schweigend auf dein Herz. Wenn es dann zu dir spricht, steh auf und geh, wohin es dich trägt."


Bleiben Sie gesund und munter!

Herzlichst Ihre Ingrid Rauber











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