Praxis für Osteopathie Rauber    

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Blog

Ingrid's Blog 08/20

Gepostet am 27. April 2020 um 8:00

 

...Spannendes aus der Osteopathie:


Knieschmerzen:

Wie oft hat Mann/Frau Probleme mit dem oder den Knien. In all den Jahren als Osteopathin, in denen ich tätig bin kann ich an einer Hand abzählen, wie oft ich Knie ursächlich behandelt habe. Warum? Knie reagieren aus meiner Erfahrung auf das, was von unten und oben kommt, sprich: auf Hüfte/Becken und Füsse. Fußfehlstellungen und/oder Beckenblockierungen allen voraus sind sehr oft verantwortlich für Knieschmerzen.

Damit keine Mißverständnisse aufkommen: wenn man auf das Knie fällt und das dann schmerzt und anschwillt ist das Knie natürlich die Ursache!

Ich spreche von Knieschmerzen ohne solche Vorgeschichten, die evtl. schon chronisch sind. Ein Beispiel für einen solchen Zusammenhang ist ein Muskel, der vom Becken aus zur Innenseite des Unterschenkels zieht, ein Muskel, der zu der hinteren Muskulatur des Oberschenkels zählt, genannt M. Semimembranosus. Dieser ist mit dem Innenband und dem Innenmeniskus des Knies verwachsen. Wenn Zug auf diesem Muskel ist, durch Beckenblockierungen und/oder muskuläre Verkürzungen, kann dieser allein verantwortlich sein für einen Knieschmerz. Ich hatte diesen Fall in meiner Praxis schon sehr oft. Ist die Beckenblockierung dann gelöst, löst sich sehr wahrscheinlich dann auch der Knieschmerz.



Heilpflanze der Woche:


Echinacea, der Sonnenhut


 

 

Sonnenhut gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae) und blüht von Mai bis August.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Als pflanzliche Arznei dient beim schmalblättrigen Sonnenhut die Wurzel. In ihr kommen sogenannte Alkamide vor sowie ätherisches Öl und Kaffesäure-Abkömmlinge wie die Substanz Echinacosid.
 Beim Purpur-Sonnenhut wird das Kraut verwendet, also alle Pflanzenteile außer der Wurzel. Es enthält die gleichen Stoffgruppen wie der schmalblättrige Sonnenhut, jedoch in unterschiedlichen Mengen. Der blasse Sonnenhut kommt als Arzneipflanze seltener zum Einsatz, da in ihm die Alkamide fehlen. In seinen Wurzeln stecken unter anderem sogenannte Ketoalkene und Ketoalkenine. Sonst entsprechen die Inhaltsstoffe den anderen beiden Arten.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Sonnenhut?

Sonnenhut-Gewächse – insbesondere Echinacea purpurea sowie Echinacea angustifolia – wirken sich positiv auf das Immunsystem aus.

Wer Echinacea als Immunstimulans einnehmen möchte – ob in Form von Tropfen oder Tabletten – sollte damit gleich bei den ersten Anzeichen einer Erkältung beginnen. Echinacea ist DAS Immunstimulans und sehr wirksam gegen Erkältungskrankheiten.


Geschichtliches:


 

Die Geburtsstunde der Homöopathie


Die napoleonische Zeit (Napoleon: 1769-1821) war nicht nur politisch und gesellschaftlich eine Epoche der Veränderungen und des Wandels. Auch in die Medizin kam damals viel Bewegung. Immer mehr Ärzte waren unzufrieden mit den Behandlungsmöglichkeiten, die zum Teil noch aus der Antike stammten – man denke an den Aderlass. Sie machten sich auf die Suche nach zeitgemäßen, modernen Therapieformen, in die das aktuelle naturwissenschaftliche Wissen und die neue aufgeklärte Weltsicht einfließen sollten. Diese Einsicht trug wesentlich zur kritischen Diskussion und Abschaffung des Aderlasses bei, ebenso gab es den Anstoß für die Beschäftigung mit Hypnose und letztlich für die Psychoanalyse.

Ganz anders verhält es sich mit der Neuerung, die Samuel Hahnemann (1755-1843) in die Medizin einbrachte: der Homöopathie. Sie war und ist in ihrer Wirksamkeit umstritten, aber sie hält sich als Heilmethode – mit schwankender Beliebtheit – bis heute. Als chemisch-pharmazeutisch äußerst versierter Arzt hat Hahnemann mit der Homöopathie übrigens nicht nur eine neue Heilmethode erfunden, sondern auch die kritische Arzneimittelprüfung mit Selbstversuchen an gesunden Menschen in der Medizin etabliert.

Es ist heute noch üblich, in Kreisen der Homöopathen die "Arzneimittelprüfung" zu vollziehen, dabei die Symptome aufzuschreiben. All diese Erkenntnisse sind nachzulesen im "Synthesis", einem Nachschlagewerk der Homöopathie.

In der Homöopathie geht es darum, Ähnliches mit Ähnlichem zu behandeln. Hahnemann hatte das Werk des schottischen Arztes William Cullen übersetzt und hier von der therapeutischen Wirkung der Chinarinde bei Malaria erfahren . Er probierte das Mittel selbst. Nach einigen Wochen stellten sich bei ihm die gleichen Symptome wie bei einer Malaria ein, nur ohne Fieber. Dies ging in die Geschichte der Homöopathie als die erste Arzneimittelprüfung ein. Hahnemann ging von der Auffassung aus, dass es eine Lebenskraft, die „Vis vitalis“ gibt. Diese sei beim Kranken geschwächt. Man müsse nur das passende Mittel finden – dies habe mit einer ausführlichen Anamnese zu geschehen – um diese Lebenskraft wiederherzustellen.

Dabei entdeckte er, daß man statt die Urtinktur (also die unverdünnte, ursprüngliche Substanz) zu verabreichen, auch eine starke Verdünnung zum Ziel führt. Daraus entstand dann später die Potenzierung. Je höher eine Potenz ist (also statt D3 beispielsweise C200) desto mehr wirkt die Arznei auf der Seelenebene, je niedriger die Potenz, desto eher wirkt die Arznei auf der Körperebene.


Thema der Woche:


Über die Trauer


In diesen Zeiten wird viel über die Lungenfunktion geredet, über ein Virus, das die Lunge der Menschen bedroht, sich dort niederlässt, um sich zu vermehren. Ich finde das sehr interessant. Ist die Lunge nicht DAS Organ, das uns mit allen anderen Lebewesen verbindet? Atmen, wir nicht gemeinsam mit allen Menschen und Tieren über dieses Organ den Sauerstoff ein, den Stoff, der uns am Leben hält? Als Yogi, die ich bin, weiß ich, daß das ein wesentlicher Aspekt des Yoga und des Ayurveda ist - Atmen! Das erzeugt Prana, das bedeutet im Hinduismus Lebenskraft oder Lebensenergie.

Was hat das mit Trauer zu tun?

In der chinesischen Medizin gehört Trauer zur Emotion von Lunge und Dickdarm. Lunge und Dickdarm sind ein Funktionskreis, der Funktionskreis des Metall.  Die Traurigkeit hilft uns, Verluste zu verschmerzen, loszulassen, sich Neuem zuzuwenden, Veränderungen zu akzeptieren. Wird die Traurigkeit unterdrückt, entsteht Depression.

Wenn uns das Abschiednehmen und Loslassen zu schwer fällt, kann unser Atem nicht mehr frei fließen und der Darm nicht loslassen. Unbewältigte Trauer schwächt Lunge und Dickdarm. Die Lunge hilft uns, Emotionen zu fühlen, der Darm hilft uns, die Essenz der Erkenntnis rauszufiltern und in die Zellen einzuspeisen und Unwesentliches auszuscheiden. Einfühlsamkeit, Empathie und Abgrenzungsfähigkeit sind die Emotionen eines gesunden Metalls, Lunge und Darm - Funktionskreises.

Deshalb ist es enorm wichtig, sich der Trauer zuzuwenden, die Trauer zuzulassen. Atmen, fühlen, weinen (ich nenne das die natürliche Entschlackung der Seele) - all das zuzulassen, ist zunächst unangenehm, aber der einzige Weg, den Abschied und die Veränderung zu leben.

In diesem Zusammenhang fällt mir das wunderbare Gedicht von Heine ein, die Stufen:

 

 

"Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegen senden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!"

Wunderbarer kann man Abschied, Trauer und Neubeginn nicht beschreiben!

Ich wünsche Ihnen bis zum nächsten Mal viel Kraft und Innehalten, stellen Sie sich mehrfach am Tag  ans Fenster und Atmen Sie mehrfach tief ein und aus in dem Bewußtsein, daß die Atemluft sie mit allen anderen Lebenwesen verbindet und Sie am Leben hält!

Namasté!

Ihre Ingrid Rauber, bis in 2 Wochen, am 11. Mai schreibe ich wieder!

 






 




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